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    Verbotene Aussagen

    Generische Umweltaussagen erklärt

    EmpCo definiert erstmals den Begriff der Umweltaussage formell und verbietet vage grüne Begriffe ohne unmittelbare Erläuterung – außer bei anerkannter, hervorragender Umweltleistung.

    6 Min. LesezeitStand: 17.5.2026
    Summary

    EmpCo definiert erstmals den Begriff der Umweltaussage formell und verbietet vage grüne Begriffe ohne unmittelbare Erläuterung – außer das Produkt weist eine anerkannte, hervorragende Umweltleistung auf.

    Definition (neuer Art. 2(o) UCPD). Umweltaussage ist jede freiwillige Mitteilung – Text, Bild, Logo, Farbe oder auch Marken-/Produktname – die angibt oder den Eindruck erweckt, ein Produkt oder Unternehmen habe eine positive oder keine Umweltauswirkung, schade weniger als Alternativen oder habe sich verbessert. Auch implizite Signale: „EcoClean“, grüne Blätter, Wassertropfen, grün-blaue Farbpalette zur Umweltassoziation.

    Generische Umweltaussage (Art. 2(p) UCPD). Ein grüner Begriff ohne unmittelbare Erläuterung daneben. Erwägungsgrund 9 nennt 13 riskante Begriffe: „umweltfreundlich“, „eco“, „grün“, „naturfreundlich“, „ökologisch“, „klimafreundlich“, „umweltschonend“, „kohlenstofffreundlich“, „energieeffizient“, „biologisch abbaubar“, „biobasiert“ u. a. Die Kommissions-FAQ ergänzt „klimaneutral“, „CO₂-neutral“, „natürlich“ und „nachhaltig“.

    Zwei schmale Wege, sie rechtmäßig zu verwenden:

    • Spezifizierung im selben Medium – verbunden mit einer klaren, hervorgehobenen Erläuterung auf derselben Verpackung/demselben Bildschirm. Ein QR-Code reicht in der Regel nicht.
    • Anerkannte, hervorragende Umweltleistung – EU Ecolabel, anerkannte ISO-14024-Typ-I-Umweltzeichen (Nordischer Schwan, Blauer Engel, Österreichisches Umweltzeichen, NF Environnement) oder die beste Klasse eines EU-Labels.
    Risky / nicht-konformKonforme Alternative
    „Umweltfreundliche Flasche“„Flasche aus 100 % recyceltem PET (ohne Deckel und Etikett)“
    „Nachhaltiges Bio-T-Shirt“„Aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle hergestellt“ + GOTS-Logo
    „Grünes Waschmittel“„Mit dem EU Ecolabel ausgezeichnet“ + Blumenlogo
    „Klimafreundliche Verpackung“„Verpackung hergestellt mit 100 % Ökostrom“
    „Natürliche Hautpflege“„95 % Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs (ISO 16128)“
    „Energieeffizienter Kühlschrank“„EU-Energielabel Klasse A“
    „Biologisch abbaubare Feuchttücher“„Zertifiziert industriell kompostierbar nach EN 13432“

    Sektorausnahme. Nach der Verordnung (EU) 2018/848 dürfen die Begriffe „Bio“, „Öko“ und „Eco“ weiterhin bei zertifizierten Biolebensmitteln verwendet werden, da das Sektorenrecht vorgeht (Art. 3 Abs. 4 UCPD).

    Citations: Richtlinie (EU) 2024/825, Art. 1 Abs. 1 lit. b, Einfügung Art. 2(o)–(s) UCPD; Anhang I Ziff. 4a; Erwägungsgrund 9.

    Rezenten Fälle (2024–2025). Die niederländische ACM erzwang die Streichung des „Conscious Choice“-Labels von H&M; Decathlon musste generische „Ecodesign“-Abzeichen ohne konkrete Nachweise entfernen. Gemeinsamer Kernpunkt: Ein grüner Begriff ohne verifizierbare Erläuterung ist irreführend.

    Citations: ACM gegen H&M (2022, Nachprüfung 2024); ACM gegen Decathlon (2022).

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